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Interview: Vom Softwareentwickler zum Product Owner

Unser Kollege Matthias erzählt, wie sein spannender Rollenwechsel ablief

von  Matthias Loeks
01.04.2020

Welche drei Wörter beschreiben die Fähigkeiten, die man für deine Rolle mitbringen sollte, am besten?

„Dazu fallen mir beispielsweise kundenorientiert, transparent und koordinativ ein.”

 

Wie bist du zu deiner aktuellen Rolle gekommen?

„Die Idee zum Rollenwechsel habe ich meinem People Coach schon vor längerer Zeit in unserem sog. "Development Dialogue" vorgeschlagen. Nach mehreren Jahren als Entwickler in verschiedenen Teams stelle ich mich mit dem Rollenwechsel einer neuen Herausforderung. Ich möchte als Product Owner die agile Produktentwicklung bei REWE digital aus einer neuen Perspektive mitgestalten. Anstelle des “Wie setze ich etwas um”-Schwerpunktes konzentriere ich mich nun verstärkt auf das “Was?, Warum? und Wann?”.

Im Vorhinein wurde ich bereits durch positives Feedback von meinen Kolleg*innen bestärkt. Der Kontakt zu meinem jetzigen Team war nach wenigen Gesprächen schnell hergestellt. Von allen beteiligten Personen wurden mir großes Vertrauen und Unterstützung entgegengebracht. Ich finde es toll, dass auch solch ein eher ungewöhnlicher Rollenwechsel vom Unternehmen uneingeschränkt gefördert wird.

Was tust du in deiner Rolle den Tag über?

„Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich! Ein wesentlicher Aspekt ist die bestmögliche Unterstützung des Teams im aktuellen Sprint. Wir stellen u.a. die Seite mit den stationären Marktangeboten auf der rewe.de bereit. Dazu kläre ich fachliche Fragen oder fokussiere das Team auf unser gemeinsames Sprint-Ziel. Ich helfe bei unklaren Anforderungen, erläutere beispielsweise den Kundennutzen anstehender Themen und priorisiere unsere Aufgaben. Außerdem nehme ich an den typischen Scrum-Meetings teil und bin insbesondere bei der Planung des Sprints und der Abschluss-Review gefragt.

Eine weitere Kernaufgabe ist die Konzeption der anstehenden Projekte bei uns im “Content Tribe”. Unser Produkt ist die “Content Plattform” für die rewe.de und die Online-Services. Das bunte Portfolio an Themen für diese wird maßgeblich durch unseren Chief Product Owner Thorsten abgestimmt und priorisiert. Inhaltlich werden diese sog. “Initiativen” von unserem Requirements Engineer Jutta vorqualifiziert oder angepasst. In dieser Phase werde ich meist zur groben Schätzung zu erwartender Aufwände eingebunden. Hauptaufgabe für mich ist es dann, die für unser Team geplanten Initiativen klein zu schneiden, ggf. Detailfragen zu klären und die Arbeitspakete priorisiert in unsere Sprints einzuplanen. So können sie anschließend nach und nach implementiert und in möglichst kurzen Abständen produktiv geschaltet werden. Der gesamte “Initiativen-Prozess” wird durch die entsprechenden Business-Partner in jeder Phase eng begleitet, sodass ein ständiger, intensiver Austausch stattfindet.

Wenn dann noch Zeit übrig ist, gibt es immer einige Perspektivthemen, die ich vorantreiben möchte. Diese drehen sich beispielsweise um die Verbesserung der agilen Zusammenarbeit in unserem Team, im Tribe oder mit den Business-Partnern. Nicht zuletzt möchte ich mich stärker in der Kölner Agile Community einbringen und vernetzen, wie z.B. bei den Lean Coffee Events oder dem Kölner Scrumtisch.”

 

Mit welchen anderen Rollen arbeitest du wie zusammen?

„Das ist für mich einer der spannendsten Aspekte als Product Owner! Man ist häufig eine Art “Sprachrohr” des Teams (in beide Richtungen) und pflegt somit zu vielen Kolleg*innen intensiven Kontakt. Da kommt es mir häufig zugute, dass ich bereits als Entwickler gut in der Firma vernetzt war und dies nun noch ausbauen kann.

An erster Stelle steht für mich dabei aber immer das Team. Ich finde es essentiell, den Fokus auf eine gute und enge Zusammenarbeit innerhalb des Scrum-Teams zu legen. Das beinhaltet einen intensiven Austausch mit den Entwicklern wie auch eine enge Zusammenarbeit mit meiner Scrum Masterin Julia, um Prozesse in unserem Team, aber auch z.B. Methoden zur Initiativenplanung oder Stakeholder-Management stetig zu verbessern.

Bei der Planung und Umsetzung von Initiativen findet eine intensive Kommunikation mit den Business-Partnern und ggf. anderen IT-Teams statt. Die Business-Partner für die “Content Plattform” kommen häufig aus dem Bereich der REWE Markt, z.B. das Team für die Kommunikation stationärer Angebote in den Märkten. Aber auch die REWE Kaufleute direkt oder die Service-Teams für Lieferservice, Abholservice oder Paketservice sind bei den Initiativen beteiligt. Nicht selten sind außerdem Kolleg*innen von SEO/SEA oder aus der REWE Systems involviert. Fertig entwickelte Arbeitspakete und die nächsten geplanten Schritte werden in möglichst kurzen Zeitabständen diskutiert und Anforderungen nach Bedarf angepasst.

Ein reger Austausch findet ebenso mit anderen Product Ownern oder unserem Chief Product Owner Thorsten bzgl. agiler Methoden & teamübergreifender Visionen statt. Auch mit Kolleg*innen aus dem UX/UI-Team habe ich häufiger bzgl. User Tests, UX Research oder Screen-Designs zu tun. Mit unserem Software-Architekten Thomas diskutiere ich gerne übergreifende technische Fragen und mit dem Analytics-Team die Erfassung sowie Auswertung von Kundenverhalten auf unseren Webseiten.”

 

Worin bist du Experte?

„Da kannst du glaube ich besser meine Kolleg*innen zu befragen! Ich finde es schwierig, die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen bzgl. eines "Experten-Niveaus" einzuordnen. Ich versuche einfach jeden Tag besser zu werden, in dem, was ich tue. Das ist mein Antrieb - und bei REWE digital wird diese kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht und gefördert - egal in welcher Rolle und auf welchem Niveau.

In meiner früheren Rolle war ich "Full-Stack"-Entwickler aus Überzeugung. Ich glaube, dass es exzellente Softwareentwickler gibt, die sich in vielen Bereichen sehr gut auskennen. Das ist insbesondere in cross-funktionalen, agilen Teams extrem wertvoll. Diese Expertise versuche ich auch als Product Owner zu nutzen und zu vermitteln. Es hat aus meiner Sicht einige Vorteile, ein “technically minded” Product Owner zu sein."

 

Was ist die größte Herausforderung, die dein Job mit sich bringt?

„Wir arbeiten an einer Vielzahl von Initiativen, die alle rechtzeitig konzipiert, geschnitten, priorisiert, implementiert und validiert werden müssen. Da ich als Product Owner fast alle Schritte sehr eng begleite, muss ich ständig verschiedenste Themen auf dem Schirm haben. Alle Business-Partner und das Team wollen informiert und auf dem Laufenden gehalten werden, ständige Transparenz über unsere Arbeit spielt in der agilen Produktentwicklung eine zentrale Rolle. Da verliert man schonmal den Überblick und es ist herausfordernd, sich selbst und die Themen zu organisieren.

Im Korsett dieses "Alltagsgeschäftes" empfinde ich es häufig als herausfordernd, auch Raum zu finden für die Gestaltung von Perspektivthemen - nicht nur im Kalender, sondern auch im Kopf!”

 

Was macht dir in deinem Job am meisten Spaß?

„Definitiv die tägliche Zusammenarbeit mit den Menschen um mich herum. Wir "Killer Rabbits" sind einfach ein klasse Team! Alle sind hochmotiviert und exzellent in dem, was sie tun. Wir verstehen uns untereinander blendend und pflegen einen intensiven Austausch, sei es beim täglichen “Daily Stand-Up” vor unserem Scrum-Board oder beim Freitags-Kölsch.

Es ist super spannend, das agile “Mindset” nicht nur zu kennen, sondern in jeder meiner Tätigkeiten täglich zu leben. Am meisten macht mir dabei eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Kunden Spaß. Es fühlt sich immer toll an, wenn wir funktionierende Software häufig und schnell in Produktion bringen. Den Kunden liefern wir damit in regelmäßigen Abständen einen Mehrwert und uns selbst beweisen wir, dass unsere agile Arbeitsweise funktioniert."

 

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