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Im Interview: Unser Software Engineer Rosen

Unser Senior Software Engineer Rosen hat mit DevStyleR aus Bulgarien gesprochen

von  REWE digital
12.01.2022

Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus einem Interview von Rosen für DevStyleR. Wir haben unser Wörterbuch aufgeschlagen und euch sein Interview bestmöglich übersetzt, sodass auch ihr Einblicke in die bulgarischen Sichtweisen bekommt …

Rosen: „Ich habe das Vasil-Drumev-Gymnasium in Veliko Tarnovo mit einem Abschluss in Mathematik absolviert. Dort machte ich mich mit den Grundlagen des Programmierens vertraut und setzte dann meine Ausbildung an der Technischen Universität von Sofia fort. In meinem zweiten Jahr begann ich in einem Softwareunternehmen zu arbeiten, sodass ich den großen Unterschied zwischen dem, was man an der Universität lernt, und der Praxis ausgleichen konnte. Ich war unschlüssig, in welche Richtung ich meine akademische Entwicklung fortsetzen sollte, ich wollte Wissen erwerben und die Organisation meiner Arbeit verbessern, also machte ich meinen Abschluss in Industriemanagement, ebenfalls an der Technischen Universität von Sofia.”

DevStyler: Rosen hat so schon in einer Vielzahl an  Sprachen programmiert. Angefangen hat alles mit Pascal, Delphi, PL/SQL und ging dann weiter mit verschiedenen JVM-Sprachen. Rosen sagt dabei selbst: „Ich teile die Auffassung, dass für Menschen nicht die Programmiersprache für die Entwicklung von größter Bedeutung ist, sondern vielmehr die Problemlösungen, die wir mit ihr durch verschiedene Herausforderungen auf der Arbeit entwickeln können.” Eine Lieblingstechnologie hat Rosen also nicht, sondern liebt vielmehr elegante und verständliche Lösungen.

 

Ein Anfang mit Java, aber reicht eine Programmiersprache wirklich aus?

„Meine Erfahrung als Programmierer ist ziemlich geradlinig. Ich habe in der Schule mit dem Programmieren begonnen und in der Universität im zweiten Jahr mit Delphi. Nach einer Weile wurde mir klar, dass ich komplexere Probleme mit moderneren Programmiersprachen lösen kann. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer - ich wollte etwas, das plattformübergreifend ist und mit dem man leicht arbeiten kann. Also machte ich eine Umschulung in Java.

Ich hatte das Glück, schnell in interessante Unternehmen und Projekte eingebunden zu werden, dank derer ich wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, manchmal auch auf schwierige Art und Weise. Ich kann definitiv sagen, dass es sich gelohnt hat, denn alle Schwierigkeiten, mit denen ich konfrontiert wurde, haben meinen Charakter geformt. Meine Erfahrungen beschränken sich jedoch nicht auf Java. In dieser Hinsicht rate ich niemandem, sich nur auf eine Sprache zu verlassen, denn heutzutage gibt es so viele bemerkenswerte Programmiersprachen, die man lernen kann: Go, JVM-Sprachen - Kotlin, Scala, Groovy, Javascript / Typescript, von denen jede verschiedene Aufgaben auf elegante und optimale Weise ermöglicht.

 

Wie werden die standardmäßigen Entwickler:innengespräche in Bulgarien geführt?

Als ein Entwickler, der technische Vorstellungsgespräche durchführt, hat Rosen schon verschiedene Ansätze der Rekrutierungsabläufe kennengelernt. Wie ein solcher Ansatz für die “Standard”-Entwickler:innen-Interviews in Bulgarien aussieht, beschreibt er im Folgenden genauer und gibt somit eine klare Vorstellung vom dortigen technischen Auswahlverfahren. Jede Erfahrung der Kandidat:innen wird dabei stets berücksichtigt:

„Einige Unternehmen führen Tests durch oder stellen spezifische geschlossene Fragen und erwarten, dass der Bewerber über bestimmte Kenntnisse und Technologien verfügt, ohne den Lebenslauf zu berücksichtigen. Das funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter:innen genau das machen, wofür sie eingestellt werden. Dies ist für mich jedoch ein klares Zeichen dafür, dass das Unternehmen nicht auf die Entwicklung der Mitarbeiter:innen abzielt.

Andere Unternehmen konzentrieren sich auf bestimmte Aufgaben wie das Schreiben von Codes sowie die Kontrolle von Prozessen und schränken die Nutzung externer Ressourcen, z. B. des Internets, durch die Bewerber:innen ein. Dieser Ansatz ist jedoch weit von der realen Welt entfernt, mit der jede Entwickler:innen konfrontiert werden.”

 

Was sollte man als interviewende Person Bewerbende fragen?

„Ich empfehle den Interviewenden, die Bewerber:innen zu fragen, ob sie stets die gleichen täglichen Aufgaben durchführen wollen oder doch lieber jeden Tag eine neue Herausforderung angehen möchten. Diese Frage ist sehr wichtig, um die Denkweise der Bewerber:innen zu verstehen. Ich stelle fest, dass diese Frage von den Interviewenden allzu oft ignoriert wird.”

 

Sind die Ausdauertests der Bewerber:innen notwendig?

„Es gibt Unternehmen, die nicht nur die technischen Fähigkeiten der Bewerber:innen testen, sondern auch deren Ausdauer, was die Vorstellungsgespräche schwierig und unnötig lang macht. Ein Vorstellungsgespräch, das einen halben Arbeitstag dauert und bei dem die Bewerber:innen verschiedene Gesprächspartner:innen, zahlreiche Aufgaben und kurze Pausen durchlaufen, erweisen sich meiner Meinung nach als zu anstrengend und ziemlich ineffektiv.”

Bei REWE digital schätzen wir lieber unser Peer Recruting. Hier können Interessent:innen ihre potentiellen zukünftigen Kolleg:innen kennenlernen - und andersrum.  

„Ja, am Ende wird das Unternehmen besser verstehen, ob die Bewerber:innen sich schnell konzentrieren und im Prozess "überleben" können, aber zu welchem Preis?” Es gibt viel effektivere Möglichkeiten und Rosen gibt später noch weitere Tipps, wie man effektiver Interviews führen kann.

 

Ein absolutes No-Go

„Das Wichtigste, worauf man achten sollte, ist die Einstellung. Ich habe auch schon Extremes erlebt, wo der Lebenslauf der Bewerber:innen  überhaupt nicht geprüft wurde und das absichtlich. Ist ein Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden, muss es in der Phase des Vorstellungsgesprächs Interesse an den Bewerber:innen zeigen, so wie die Bewerber:innen Interesse am Unternehmen gezeigt haben. Meiner Meinung nach sollten Kandidat:innen mit dieser Art von Einstellung vorsichtig sein und sie auf jeden Fall vermeiden.”

 

Für den individuellen Ansatz

„Bei REWE digital konzentrieren wir uns auf die Erfahrung der Bewerber:innen und berücksichtigen dabei die Art der Stelle, für die sie sich bewerben. Spezifische technische Fragen stehen nicht im Vordergrund. Stattdessen stellen wir die Themen und Technologien in den Mittelpunkt des Gesprächs, mit denen die Kandidat:innen vertraut sind, und nutzen die Zeit, um ein effektives Gespräch zu führen. Jede:r Bewerber:in ist einzigartig, und je nach Erfahrung gehen wir individuell auf die Person ein, um eine unterschiedliche Tiefe des technischen Gesprächs zu erreichen. 

Besteht die Aufgabe darin, ein Problem zu lösen, konzentrieren wir uns darauf, den Code zu verstehen oder die Ideen hinter dem Code, der geschrieben werden muss. Für uns ist es wichtig zu verstehen, wie die Bewerber:innen an die Lösung der spezifischen Aufgabe herangehen und welche Methoden sie zur Bewältigung des Problems einsetzen. Letztendlich ist das Vorstellungsgespräch immer ein zweiseitiger Prozess und beide Parteien müssen sich wohlfühlen.”

 

Welche Position können Java-Entwickler:innen erreichen?

„Die Strukturen der gesamten REWE digital sind flach. Hier gibt es keine “klassischen” Teamleiter:innen. Wir alle tun unser Bestes, um anderen Teammitgliedern bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zu helfen. Es kommt nicht auf die Position oder den Titel an, sondern darauf, ob man ein:e Teamplayer:in ist oder nicht.

Wir haben ein internes Wachstumsprogramm mit dem Namen "Path of Excellence", an dem jede:r Programmier:in teilnehmen kann, um vertiefte Kenntnisse der Softwareentwicklung in einer bestimmten Technologie (z.B. Java, Kotlin oder Go) zu erwerben und ein Champion (Meister:in) oder sogar ein Master (führende:r Expert:in) in dieser Technologie zu werden.

Für mich ist es wertvoll, mich beruflich weiterzuentwickeln sowie neue Technologien zu erlernen und zu testen, welche wir im Tech Stack des Unternehmens einsetzen.”

Die Zukunft von Java, der Java-Entwickler:innen und eines gesunden Wettbewerbs

„Ich bin ziemlich erstaunt darüber, dass unser CTO in Köln, Robert Zores, einer der Begründer der Programmiersprache Java ist, die eine lange Entwicklungsgeschichte hat.

Obwohl Java eine “alte” Programmiersprache ist, ist sie immer noch lebendig und dynamisch. Alle sechs Monate gibt es eine neue Version, was sie sehr flexibel für Innovationen und Veränderungen macht. Jüngste Innovationen wie Records, Sealed Types, Pattern Matching bringen Java in Richtung eines datenorientierten Modells voran. Auf diese Weise schließt die Sprache zu den von anderen JVM-Sprachen angebotenen Funktionalitäten auf. Es gibt interessante Projekte, die sich in der Entwicklung befinden, wie z.B. Looming - reaktive Programmierung mit einem Nicht-Thread-Modell - ein großes Problem in Java, das verschiedene Sprachen und Frameworks versuchen zu lösen.

Java-Entwickler:innen haben die große Chance, mit einem System zu arbeiten, das sich ständig verbessert und mehr ist, als nur “eine Programmiersprache”. Beispiele dafür sind die Optimierung des von String verwendeten Speichers, die Kompilierungs- und Bootzeit dank des Garbage Collectors G1, kontinuierliche Verbesserung zwischen den Versionen, Hinzufügen eines neuen ZGC mit "Pausen" von ein oder zwei Millisekunden und und und. All dies kann mit anderen Sprachen, die mit JVM arbeiten, kombiniert werden: Kotlin, Scala, Groovy und andere, so dass es den Entwickler:innen freisteht, Sprachen und Bibliotheken in einem Projekt zu kombinieren, um eine vollständig auf seine oder ihre Bedürfnisse, Ressourcen und Erfahrungen zugeschnittene Lösung zu erstellen.

Java entwickelt sich ständig weiter, nimmt Dinge aus neueren Sprachen auf und implementiert sie erfolgreich - Beispiele dafür sind Scala und Kotlin. Der Grund dafür ist der gesunde Wettbewerb, der derzeit herrscht.”

 

"Es sind keine Menschen auf dem Markt" - Das Problem und seine Lösung

„Ich habe schon oft den Satz "es sind keine Leute auf dem Markt" gehört. Meiner Meinung nach besteht das Problem darin, in Menschen zu investieren und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Ich bin mir bewusst, dass es viele gut ausgebildete Mitarbeiter:innen gibt, aber es ist für jedes Unternehmen schwierig, ihr Vertrauen zu gewinnen, wenn es sie mit einem vorgefertigten Stellenangebot sucht. Deshalb begrüße ich alle Unternehmen, die in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, auch wenn sie bei Null anfangen. Ihr macht eine sehr gute Arbeit und ich bitte euch, dies auch weiterhin zu tun. Ich denke auch, dass es für die Mitarbeitenden sehr wichtig ist, ihre persönliche Motivation auf einem hohen Niveau zu halten. Das ist der Moment, in dem das Unternehmen ihnen einen Schub geben und helfen kann. Bei REWE digital gibt es großartige Beispiele von Kolleg:innen, die Absolvent:innen von Software-Akademien sind, die mit einem grundlegenden Wissen über den Technologie-Stack, aber mit hoher Motivation zu uns gekommen sind. Mit ein wenig Hilfe und Unterstützung von uns haben sie gezeigt, dass mit der richtigen Denkweise und Einstellung alles möglich ist.

Rosens vollständiges Interview ist hier zu finden.

 

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